Die Liste B.I.E.R. lädt Euch ein, an der faulsten und chilligsten Bildungsstreik-Aktion 2014 teilzunehmen. Unter dem Motto “Bier für Bildung” wollen wir am 03.06.  um 16 Uhr auf der Wiese vor dem Q-West zusammenkommen, um gemeinsam ein Bierchen gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystem zu trinken. Für die kleine Protestaktion braucht Ihr nur ein Bier und gute Laune. Gemeinsam gegen Kürzungen und Unterfinanzierung auf ein Bier!

Warum Bildungsstreik 2014?

Vielleicht habt Ihr Euch schon mal gefragt: Wie funzt das eigentlich mit der Finanzierung der Unis, der Profs, der Mitarbeiter_innen, der Studienplätze etc. Um das zu beantworten reicht ein Wort und ja, es ist so schlimm, wie es sich anhört: Leistungsorientierte Mittelvergabe. Für jeden Bachelor-Studi, der sich einschreibt, bekommt die Uni Geld. Für jeden Studi, der in Regelstudienzeit abschließt auch. Für die, die außerhalb der Regelstudienzeit abschließen gibts weniger Geld, aber immerhin noch etwas. So, und da haben wir auch schon das Problem – denn wie diese Bezeichnung der Mittelvergabe es schon durchblicken lässt, geht es schlicht und ergreifend um Konkurrenz zwischen den Universitäten und zwischen den Fakultäten. Zusätzlich gibts dann noch konkurrenzbasierte Wettbewerbe wie die “Exzellenz-Initiative”, um die Unis weiter in den Kampf gegeneinander zu treiben. Das Problem: Viele studentische Vertretungen in ganz Deutschland denken, dass zu einer effektiven Wissenschaft nicht der Wettbewerb untereinander gehört, sondern die Kooperation miteinander.

Ihr habt es ja vielleicht auch selber schon erlebt oder von Euren Kommilitonen gehört: Während man sich in der G-Reihe noch in den Hörsaal reinquetschen und stehen muss, sind die Betreuungsrelationen in der I oder N-Reihe viel besser. Da kann man sogar Fragen stellen oder ne kleine Diskussion einschieben. Warum ist das so? Wegen der Drittmittel. Mit der Leistungsorientierten Mittelvergabe ist auch der Kampf um Drittmittel an den Universitäten viel größer geworden. Und welche Fakultäten haben wohl bessere Chancen auf Drittmittel? Na klar, die mit denen die aktuelle Wirtschaftslage was anfangen kann. Nur – mit Wissenschaft hat das nicht viel zu tun, eher mit einem neoliberal geführten Wirtschaftsunternehmen.

BierfürBildungNeu

Was sind die Forderungen?

Klar, meckern kann jede_r. Aber es gibt auch Vorschläge, wie die Politik die oben genannte Fehlentwicklung wieder rückgängig machen kann.

Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern für Bildung und Wissenschaft

Der Konkurrenzföderalismus, den die Föderalismusreformen I + II vertieft haben, ist insbesondere in der Bildungs und der Wissenschaftspolitik gescheitert. Das Kooperationsverbot muss aufgehoben und durch eine Regelung ersetzt werden, die es Bund und Ländern ermöglicht, bei der Grundfinanzierung und darüber hinausgehenden Förderung von Einrichtungen und Vorhaben der Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Studierendenwerke verbindlich zusammenwirken zu können. Die gemeinsame Bildungsplanung ist als verpflichtender Auftrag wieder in das Grundgesetz aufzunehmen.

Vermögen umverteilen für notwendige Investitionen in die Zukunft

Geld ist genug da – es muss anders verteilt werden. Das Steuersystem muss so umgestaltet werden, dass der private Reichtum der Gesellschaft zu gute kommen kann. Die Prioritätensetzung der Mittelverteilung ist zu ändern.

Schuldenbremse abschaffen

Die Schuldenbremse verstärkt und institutionalisiert den Druck, den Rotstift vor allem im Bildungs- und Sozialbereich anzusetzen. Wir setzen uns für die Forderung ein, dass der Bund die öffentliche Hochschullandschaft stärker kofinanziert. Zu geringe Staatseinnahmen gepaart mit der Schuldenbremse sind die Ursachen von Kürzungen im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich. Wir fordern die Abschaffung der Schuldenbremse!

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse auflösen

Für die gleichberechtigte Teilhabe am Wissenschaftsprozess muss es allen Mitgliedern der Hochschulen ermöglicht werden, unbedrängt von Befristung, schlechter Bezahlung und aufgezwungenen Arbeitszeitmodellen zu arbeiten. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (http://www NULL.gesetze-im-internet NULL.de/bundesrecht/wisszeitvg/gesamt NULL.pdf) muss abgeschafft werden.

Bafög für alle

Damit alle Menschen ein Studium aufnehmen können, wenn sie dies wollen, muss es eine elternunabhängige Finanzierung als Vollzuschuss für alle geben. Einschränkungen oder Sanktionen sind abzuschaffen.

Demokratie an der Hochschule

Das Bild der „unternehmerischen Hochschule“, in der die Hochschule zu einem Dienstleistungsunternehmen umfunktioniert werden soll, muss zugunsten der allumfassenden Demokratisierung verdrängt werden. Alle Hochschulmitglieder müssen gleichberechtigt am Wissenschaftsprozess mitwirken können. Das bedeutet auch, dass die Hochschulen nicht durch Hochschulräte geleitet werden können, sondern aus sich selbst
heraus demokratisch bestimmt sein müssen.

Für Breitenförderung – Wider der Exzellenz

Der Zwang, sich stets im Wettbewerb mit anderen Fachbereichen und Forscher*Innen zu sehen, muss aufgelöst werden. Statt der Exzellenzinitiative muss eine Breitenfinanzierung etabliert werden, die die Bedingungen für alle verbessert.

Ich hab Bock! Was kann ich tun?

Das ist ja das Geniale: Es wird chillig. Kommt einfach am 03.06. um 16 Uhr mit euren Freund_innen und nem Bierchen in der Hand zur Wiese vor dem Q-West. Da gibts dann ne kleine Protestaktion mit chilliger Mucke. Gemeinsam wollen wir ein Bierchen trinken gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems in Deutschland. Wenn Ihr noch mehr tun wollt, als nur zu konsumieren, dann schaut doch mal in das Wiki vom Bündnis rein und bringt Euch ein. Ihr findet es unter https://we.riseup.net/bildungsprotest2014 (https://we NULL.riseup NULL.net/bildungsprotest2014)

Hä? Aktionstag war doch am 20.05.?

Eh, ja, aber als wir den Wetterbericht am 13.05. nachschauten, sah es leider so aus, als würde es regnen. Da gutes Wetter für die “Bier für Bildung”-Aktion unerlässlich ist, haben wir daraufhin beschlossen, einen anderen Tag zu wählen. Am letzten Termin machte uns dann zwar kein völlig falscher Wetterbericht, aber das Wetter an sich einen Strich durch die Rechnung. Durch die Verschiebungen konnten wir allerdings noch weitere Initiativen mit ins Boot holen, so dass es bigger and better werden wird.

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