{"id":959,"date":"2013-11-25T13:31:16","date_gmt":"2013-11-25T11:31:16","guid":{"rendered":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=959"},"modified":"2013-11-30T15:45:27","modified_gmt":"2013-11-30T13:45:27","slug":"b-i-e-r-testet-theaterflat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=959","title":{"rendered":"B.I.E.R. testet Theaterflat"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Ihr habt es vielleicht mitbekommen: Seit diesem Semester zahlt Ihr 1 Euro mehr AStA-Beitrag. Dieser 1 Euro geht direkt ans Schauspielhaus Bochum und Ihr erhaltet damit die sog. &#8222;Theaterflat&#8220;. Soll hei\u00dfen: F\u00fcr 1 Euro im Semester ins Schauspielhaus gehen, so oft ihr wollt. Der AStA hat diese Beitragserh\u00f6hung f\u00fcr dieses Semester im Studierendenparlament beschlossen. Im Januar seid Ihr dann aufgefordert, in einer Urabstimmung Euer Votum abzugeben: Wollt Ihr die Theaterflat behalten oder findet Ihr diese \u00fcberfl\u00fcssig? Die Liste B.I.E.R. wird Euch nicht nur umfassend \u00fcber den Vertrag, die Kosten und die Nutzung dieses Angebotes seitens der Studierenden informieren. Wir testen die Flatrate nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<h4>Phase 1: Karten reservieren<\/h4>\n<p>Als erstes m\u00fcssen sich Pl\u00e4tze gesichert werden. Gesagt, getan, ab ans Telefon. Was die wohl dazu sagen werden, dass wir ne ganze Menge Leute sind? Auf der Homepage des Schauspielhauses wird die Vorstellung als fast ausverkauft angezeigt. Nach einer endlosen Zeit mit schlechter Musik in der Warteschleife geht endlich jemand ran. Ich sage also, dass ich Studi der RUB bin und gerne f\u00fcr die Vorstellung am Mittwoch Karten reservieren will. Wieviele? 10, wenn es geht. Die Frau am anderen Ende stockt kurz. Dann sagt sie, dass bei mehr als 2 Reservierungen eine Liste mit Namen abgegeben werden muss, z.B. per Mail oder per Fax. Oha, namentliche Anmeldung. Ich \u00fcberlege. Die Frau f\u00e4hrt fort, dass die Vorstellung schon fast ausverkauft sei, aber wenn ich<em> jetzt<\/em> eine E-Mail schicke, dann w\u00fcrde das sehr wahrscheinlich noch klappen. Ich \u00fcberlege weiter, denn ich ich habe ein Problem: Ich muss jetzt das Okay von 9 Leuten einholen, dass Sie einer namentlichen Reservierung zustimmen. Auweia, h\u00e4tte ich das nur eher gewusst. Aber auf der Homepage des Schauspielhauses, wo es eine extra Kategorie f\u00fcr die RUB-Theaterflat gibt, steht nichts davon. Ich antworte, ich werde sofort eine E-Mail fertig machen. W\u00e4hrend ich die Namen aufschreibe hoffe ich, dass mich nachher keine_r von denen lyncht, weil keine Zeit mehr zum Nachfragen ist. Nach dem ich die E-Mail abgeschickt habe und auf die Antwort warte, lese ich noch ein paar Mal den Text zur RUB-Theaterflat auf der Homepage des Schauspielhauses. Nein, ich habe nichts \u00fcbersehen, das mit der Namensliste steht da nirgendwo. Pl\u00f6tzlich stocke ich bei folgendem Satz: &#8222;Grunds\u00e4tzlich gilt: Bis drei Tage vor der jeweiligen Vorstellung h\u00e4lt das Schauspielhaus ein festes Kartenkontingent f\u00fcr RUB-Studierende vor.&#8220; Bis 3 Tage? Ich dachte, ab 3 Tage? So jedenfalls hat das noch geklungen, als das Konzept im Sommer im Studierendenparlament vorgestellt wurde. Okay, das muss ich erst nochmal im ausgeteilten Vertrag des AStA mit dem Schauspielhaus nachgucken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-993 aligncenter\" alt=\"flaschenimtheater\" src=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/flaschenimtheater.jpg\" width=\"440\" height=\"330\" \/><\/p>\n<h4>Phase 2: Im Vertrag nach gucken<\/h4>\n<p>Die Reservierung hat geklappt und wir haben alle Pl\u00e4tze sogar noch zusammen in den ersten Reihen ergattern k\u00f6nnen. L\u00e4uft schon mal gut. Ich lese noch mal im Vertrag, den der AStA mit dem Schauspielhaus abgeschlossen und dem Studierendenparlament zur Kenntnisnahme vorgelegt hat. Dort ist festgehalten, dass sich Studierende ab 3 Tage vor der Vorstellung Karten reservieren k\u00f6nnen. Will sich ein Studierender z.B. am 4. Tag vorher Karten reservieren, so muss er_sie den &#8222;normalen&#8220; Studitarif bezahlen. Also aufgepasst bei der Kartenreservierung, damit einem an der Kasse nicht eine b\u00f6se \u00dcberraschung erwartet. Eventuell werden wir\u00a0 diesbez\u00fcglich noch mal beim Schauspielhaus nachfragen, ob die Formulierung auf der Homepage nicht vereinfacht werden kann, damit keine Missverst\u00e4ndnisse entstehen.<\/p>\n<h4>Phase 3: Die komplette Verwirrung<\/h4>\n<p>2 Leute haben doch keine Zeit, stattdessen wollen 2 andere mit. Da ich ja eine Namensliste hinterlegen musste, rufe ich noch mal bei der Theaterkasse und will wissen, ob auch Personen ausgetauscht werden k\u00f6nnen, wenn nur die Kartenanzahl noch stimmt. Eigentlich nein. Aber eine Ausnahme w\u00fcrde sie schon machen, wie denn die anderen beiden hei\u00dfen. Leider kenne ich die beiden Namen nicht vollst\u00e4ndig, aber die Ausnahme bleibt bestehen. Nebenbei erfahre ich, dass ich die Karten 2 Tage vor der Vorstellung eigentlich gar nicht mehr h\u00e4tte reservieren k\u00f6nnen. Denn im Rahmen der Theaterflat k\u00f6nnen Studierenden ab Vorverkaufsbeginn bis 3 Tage vor der Vorstellung die Karten reservieren, ansonsten nur ab 30 Minuten an der Abendkasse. Ich bin verwirrt. In dem Dokument, was der AStA als &#8222;den Vertrag mit dem Schauspielhaus&#8220; bezeichnet hatte und den Parlamentarier_innen vorlegte, steht was anderes drin. Anscheinend gibt es einen neuen Vertrag und den haben wir im Parlament nicht vorgelegt bekommen. Wie nett.<\/p>\n<h4>Phase 4: Karten abholen &#8211; Unterschreiben?<\/h4>\n<p>Aber wie auch immer: ab ins Theater ist jetzt angesagt. Wir sind alle sehr gespannt, wie das klappen wird. Die Frau an der Abendkasse wirkt etwas verst\u00f6rt, als wir alle auf sie zugehen. &#8222;Hallo, wir hatten 10 Karten reserviert&#8220;. &#8222;Haben Sie denn Ihre Studierendenausweise dabei?&#8220; &#8222;Ja&#8220; schallt es zur\u00fcck und alle heben ihre Ausweise hoch. Die junge Frau legt uns ein Blatt Papier mit einer Tabelle hin und sagt, wir sollen dann bitte einmal hier unterschreiben. Ich schaue mir die Liste an. Eintragen muss man Name, Anzahl der Karten, Art der Freikarte (z.B. RUB f\u00fcr die Theaterflat), Datum, Unterschrift. &#8222;Ach so, ja dann unterschreib ich f\u00fcr alle 10&#8220; fange ich an und schreibe meinen Namen in das erste Feld. &#8222;Nein, das geht nicht&#8220;, sagt die junge Frau, &#8222;alle einzeln, jeder nur eine Karte&#8220;. In der Bar, die hier gleichzeitig mit der Abendkasse im Foyer der Kammerspiele sind, ist es auf einmal so verd\u00e4chtig ruhig geworden. &#8222;Und warum soll man dann hier die Kartenanzahl eintragen?&#8220; wird die junge Frau an der Abendkasse von allen Seiten gefragt. Sie erkl\u00e4rt entnervt, jeder m\u00fcsse halt unterschreiben, dass er eine Freikarte erhalten hat. Meine Eintragungen pr\u00fcft sie derweil mit einem Blick auf meinen Studierendenausweis. Das wird noch lange dauern, denke ich mir. Warum ist das so kompliziert? Auch \u00fcber die namentliche Platzreservierung muss ich stutzen, als ich meine Karte in der Hand halte. Da steht n\u00e4mlich gar kein Name drauf. Nur eine normale Eintrittskarte ohne Preis und dem Vermerk &#8222;RUB-Theaterflat&#8220;. Nach dem wir alle unterschrieben haben, gehen wir noch mal vor die T\u00fcr und unterhalten uns \u00fcber das f\u00fcr uns komische Erlebnis gerade. Solche Unterschriftenlisten kennen wir &#8211; und zwar aus Situationen, in denen z.B. f\u00fcr einen Workshop Geld von \u00f6ffentlichen Stellen oder Gewerkschaften gegeben wird. Da muss man auch immer die Teilnehmer_innen nachweisen, erst so bekommt man im Nachhinein das Geld. Kann es etwa sein, dass das Schauspielhaus mit der RUB-Theaterflatrate nicht nur 83.000 Euro (in den Semestern 13 und 13\/14) von der Studierendenschaft bekommt, sondern auch noch weitere Gelder \u00fcber die Freikarten vom Land oder der Kommune bekommt? Anscheinend m\u00fcssen auch die Studierenden eine Unterschrift abgeben, die sich die Restkarten 30 Minuten vor der Vorstellung geschnappt haben. Wer erh\u00e4lt diese Daten, werden sie gespeichert und wenn ja, wie lange? Wir werden nachfragen. Oh, es dongt jetzt schon zum 3. Mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-994 aligncenter\" alt=\"flaschenimtheater2\" src=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/flaschenimtheater2.jpg\" width=\"440\" height=\"526\" \/><\/p>\n<h4>Phase 5: Vorstellung angucken<\/h4>\n<p>Die Kammerspiele sind bis auf den letzten Platz besetzt und das St\u00fcck &#8222;Hase, Hase&#8220; f\u00e4ngt an. Zuvor findet es noch eine unserer Nachbarinnen total lustig, dass &#8222;Studierende alles umsonst bekommen&#8220;. Das St\u00fcck ist richtig super, im Saal wird viel gelacht, der Atem angehalten, sich erschreckt und auch eine Tr\u00e4ne verdr\u00fcckt. Besonders viel Applaus bekommt die Schauspielerin von Frau Hase, die Mutter der Familie Hase. Mit ihr kann jede_r mitf\u00fchlen. Zum Schluss h\u00e4lt sie noch einen Monolog, in dem sie die Message des St\u00fccks mit einem Holzhammer in die K\u00f6pfe der Zuschauer_innen pr\u00fcgelt. H\u00e4tte f\u00fcr uns nicht mehr sein m\u00fcssen, aber damit erntet die Schauspielerin am Ende noch mal mehr Applaus als zuvor.<\/p>\n<h4>Phase 6: Bier vom Kiosk und Fazit<\/h4>\n<p>Die hohen Bierpreise treiben uns in die K\u00e4lte vor dem Schauspielhaus. Zum Gl\u00fcck gibt es auch hier Kioske und so holen wir uns erstmal ein Feierabendbier. Das St\u00fcck fanden wirklich alle sehr toll und ins Schauspielhaus kommen wir auf jeden Fall wieder. Definitiv nachfragen wollen wir beim Schauspielhaus aber noch mal wegen der namentlichen Reservierung und der Unterschriftenlisten. Denn obwohl wir verstehen k\u00f6nnen, dass das Schauspielhaus leichtfertige Reservierungen seitens der Studierenden, die ja nichts mehr daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen, verhindern will, finden wir das mit den unaustauschbaren, namentlichen Reservierungen etwas zu hart. Entt\u00e4uscht sind wir schon ein bisschen dar\u00fcber, dass der AStA uns nicht das komplette Prozedere f\u00fcr die Freikarten mitgeteilt hat in den StuPa-Sitzungen. Genau so hatten sie uns im Sommer mal einen ersten Vertragsentwurf mit dem Schauspielhaus ausgeteilt, uns aber leider nie den entg\u00fcltigen Vertrag zur Kenntnisnahme vorgelegt. Ihr merkt schon: Theater super, Kommunikation im Studierendenparlament und mit dem Schauspielhaus \u00fcber den Vertrag und die Konditionen an sich verbesserungsw\u00fcrdig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr habt es vielleicht mitbekommen: Seit diesem Semester zahlt Ihr 1 Euro mehr AStA-Beitrag. Dieser 1 Euro geht direkt ans Schauspielhaus Bochum und Ihr erhaltet damit die sog. &#8222;Theaterflat&#8220;. Soll hei\u00dfen: F\u00fcr 1 Euro im Semester ins Schauspielhaus gehen, so oft ihr wollt. Der AStA hat diese Beitragserh\u00f6hung f\u00fcr dieses Semester im Studierendenparlament beschlossen. 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