{"id":294,"date":"2013-06-22T20:13:10","date_gmt":"2013-06-22T18:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=294"},"modified":"2014-05-22T21:09:57","modified_gmt":"2014-05-22T19:09:57","slug":"metropolradruhr-fahrradfahren-fur-nur-60-000-euro-pro-semester","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=294","title":{"rendered":"Metropolradruhr: Fahrradfahren f\u00fcr nur 60.000 Euro pro Semester"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Der AStA der RUB, gef\u00fchrt von den Listen JusoHSG, Nawi, Gewi und IL macht es m\u00f6glich: Fahrradfahren auf dem Campus f\u00fcr superg\u00fcnstige 60.000 Euro pro Semester. Die Liste B.I.E.R. lehnt den Vertrag des AStA mit der Nextbike gmbh, welcher die Konditionen f\u00fcr das Fahrradverleihsystem metropolradruhr beschreibt, strikt ab. Wir sagen Euch nat\u00fcrlich auch, warum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/bochum\/mit-dem-radl-ueber-den-campus-id7873452.html\" target=\"_blank\">Die Presse<\/a> hat es schon ver\u00f6ffentlicht, auf diversen <a href=\"https:\/\/www.pottblog.de\/2013\/04\/30\/metropolradruhr-startet-an-der-ruhr-universitat-bochum-rub-gros-durch-mehr-vergunstigungen-fur-rub-studenten-und-beschaftigte\/\" target=\"_blank\">Blogs<\/a> wurde es schon vorgestellt und auch die <a href=\"https:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/rub2013\/mobilitaet\/fahrrad\/verleihstationen\/index.html\" target=\"_blank\">Universit\u00e4tsverwaltung<\/a> singt Lobeshymnen auf die neuen Stationen des Fahrradverleihsystems metropolradruhr, von denen sich mittlerweile 7 auf dem Campus befinden. Leider schreibt niemand dar\u00fcber, wer f\u00fcr dieses Angebot in der Hauptsache blechen muss \u2013 die Studierenden n\u00e4mlich.\u00a0 Die Liste B.I.E.R. kl\u00e4rt auf, worum es geht und warum sich der AStA gr\u00fcndlich \u00fcber den Tisch hat ziehen lassen.<\/p>\n<h4>Darum geht es<\/h4>\n<p>Hinter den Verleihstationen mit der Aufschrift metropolradruhr steckt das Unternehmen Nexbtike gmbh, welches in ganz Deutschland ein Mitarbeiter-reduziertes Angebot an elektronischen Fahrradverleihstationen anbietet. Dies funktioniert denkbar einfach: Man registriert sich einmal im Internet beim Unternehmen und kann ab da entweder mit einer Kundenkarte, eines eTickets der \u00f6rtlichen Verkehrsunternehmen oder mit Hilfe seines Smartphones ein Fahrrad an einer beliebigen Station ausleihen und einer anderen wieder abgeben. Dieses System gibt es jetzt auch auf dem RUB-Campus und an den umliegenden Wohnheimen.\u00a0 Metropolradruhr ist dabei eine Kooperation der nextbike gmbh mit dem VRR, dem Regionalverband Ruhr, den St\u00e4dten Bochum, Bottrop, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hamm, Herne, M\u00fclheim an der Ruhr, Oberhausen und der Parit\u00e4tische Initiative f\u00fcr Arbeit e. V. (PIA). Au\u00dferdem wird es gef\u00f6rdert vom Bundesverkehrsministerium.<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/schulze_metropol_bsp.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-295\" alt=\"schulze_metropol_bsp\" src=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/schulze_metropol_bsp.jpg\" width=\"300\" height=\"190\" \/><\/a><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">Vom AStA als gro\u00dfer Partner ist auch auf diesem Promobild nix zu sehen \u2013 dabei w\u00e4re es doch ohne ihn angeblich nicht m\u00f6glich gewesen<\/p>\n<p>Die 57.750 Euro f\u00fcr das Sommersemester, die der AStA schon bezahlt hat, setzen sich zusammen aus einem Anteil von 1,50 Euro pro eingeschriebenen Studierenden. Diese 1,50 Euro soll jede_r Studierende ab dem Wintersemester 2013 selber bezahlen, kommen also noch mal auf den Mobilit\u00e4tsbeitrag f\u00fcr das VRR-Ticket oben drauf. Zumindest, wenn 30% der Studierenden in der vom AStA geplanten <a href=\"http:\/\/bier.rub.de\/?p=262\" target=\"_blank\">Urabstimmung<\/a> mit Ja stimmen.<\/p>\n<p>Wie das genau mit der Ausleihe und der kostenlose Stunde pro Fahrrad funktioniert, k\u00f6nnt Ihr <a href=\"https:\/\/ghgbochum.wordpress.com\/2013\/04\/29\/anleitung\/\">Hier<\/a> erfahren.<\/p>\n<h4>Demokratisch ein Reinfall<\/h4>\n<p>1,50 Euro pro Semester ist doch nicht viel, werdet Ihr jetzt sagen. Nun ja, das Problem ist ja auch eher, dass der AStA der nextbike gmbh schon 57.750 Euro f\u00fcr das SoSe13 bezahlt hat \u2013 ohne Euch zu fragen. Die Urabstimmung unter den Studierenden ist erst f\u00fcr Ende Juli geplant. Zu letzt wurden alle Studierenden nach Ihrer Meinung zur Erh\u00f6hung des Mobilit\u00e4tsbeitrages gefragt, als es um die Einf\u00fchrung NRW-Ticket ging \u2013 die Urabstimmung fand 5 Jahre vor Einf\u00fchrung des NRW-Tickets statt, also bevor der Vertrag ausgehandelt war. Jetzt werdet Ihr erst dann gefragt, wenn schon alle Fakten geschaffen worden sind, d.h. die Verleihstationen schon aufgebaut sind. Demokratisch ist das nicht.<\/p>\n<p>Auch das Studierendenparlament wurde nicht gefragt, ob es dem Vertrag oder einer Urabstimmung zustimmen will. Klar, rein rechtlich reicht es ja auch, wenn der Betrag in der Haushaltsdebatte diskutiert wird und mit dem Haushaltsentwurf abgestimmt wird. Es ist allerdings eine Frage des demokratischen Verst\u00e4ndnisses, ob man eine so hohe Ausgabe von knapp 60.000 Euro im Parlament zumindest mal extra diskutiert. Eine Mehrheit f\u00fcr den Vertrag h\u00e4tte der AStA ja eh gehabt. Stattdessen mussten die Parlamentarier_innen der Opposition den AStA-Listen jede kleine Information \u00fcber den Vertrag m\u00fchsam aus der Nase ziehen. Der AStA machte keine Anstalten, die Parlamentarier_innen aus Eigeninitiative \u00fcber diesen Vertrag zu informieren. Die Kr\u00f6nung des Ganzen \u00fcbernahm Christian Volmering, der Finanzreferent des AStA, der im Parlament f\u00e4lschlicherweise behauptete, der Vertrag an sich sei vor den Parlamentarier_innen vor Vertragsunterzeichnung geheim zu halten.<\/p>\n<h4>Vertraglich ein Reinfall<\/h4>\n<p>Das Unternehmen nextbike wirbt damit, dass VRR und Bogestra Kunden sich einfach anmelden k\u00f6nnen und Verg\u00fcnstigungen erhalten. Die Studierendenschaft der RUB ist, so wie jede andere im VRR-Gebiet, aber eh schon Gro\u00dfkunde beim VRR. D.h. Verg\u00fcnstigungen haben die <a href=\"http:\/\/www.metropolradruhr.de\/verkehrsunternehmen.html?&amp;L=wrvtbghd\" target=\"_blank\">Studierenden die ganze Zeit schon bekommen<\/a>. Dies best\u00e4tigte auch Bj\u00f6rn Frauendienst von der UV in der FSVK-Sitzung am 29.04.2013. Warum also unterzeichnete der AStA den Vertrag mit nextbike?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/vorherige-tarife.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-296\" alt=\"vorherige-tarife\" src=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/vorherige-tarife-300x147.png\" width=\"300\" height=\"147\" srcset=\"http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/vorherige-tarife-300x147.png 300w, http:\/\/bier.rub.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/vorherige-tarife.png 604w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dies waren die Tarife, bevor der AStA 60.000 Euro an die nextbike gmbh bezahlt hat \u2013 Screenshot der RUB-Homepage vom 30.04.2013<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nur spekulieren. Nach Aussagen von Bj\u00f6rn Frauendienst, welcher die Kooperation der Ruhr-Universit\u00e4t mit metropolradruhr ins Rollen brachte, w\u00e4re keine einzige Fahrradverleihstation auf dem Campus aufgestellt worden, wenn der AStA nicht die 57.750 Euro zugesichert h\u00e4tte. Aber alle <a href=\"https:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/rubens\/rubens168\/15.html\" target=\"_blank\">bisherigen Publikationen <\/a>der Universit\u00e4tsverwaltung zu diesem Thema lassen darauf schlie\u00dfen, dass die Stationen mit den Leihfahrr\u00e4dern auch ohne die immense Summe von der Studierendenschaft gekommen w\u00e4ren. Die Universit\u00e4tsverwaltung bezahlte dann noch den Aufbau der eigentlichen Stationen \u2013 die nextbike gmbh muss also bisher gar nichts bezahlen (au\u00dfer der Bereitstellung der Terminals nat\u00fcrlich) und bekommt daf\u00fcr einen riesigen potenziellen Kundenstamm. Es fallen au\u00dferdem diverse andere Klauseln im Vertrag auf, die uns stutzen lassen:<\/p>\n<ul>\n<li>Im Vertrag ist weder eine Anzahl von Stationen, noch von Fahrr\u00e4dern benannt. Es steht sogar explizit drin: \u201cEin Anspruch auf permanente R\u00e4derverf\u00fcgbarkeit besteht nicht.\u201d<\/li>\n<li>Bei der Auswahl der Werbung auf den Fahrr\u00e4der und an den Stationen hat die Studierendenschaft keinerlei Mitspracherecht.<\/li>\n<li>Wenn die nextbike gmbh Informations- und Promotionsaktionen auf dem Campus durchf\u00fchren will, so muss die Studierendenschaft dieses erm\u00f6glichen, ohne dass der nextbike gmbh daf\u00fcr weitere Kosten entstehen.<\/li>\n<li>\u201cDie Studierendenschaft strebt im Falle einer Vertragsverl\u00e4ngerung an, die Datenweitergabe in der Einschreibeordnung der RUB zu vereinfachen\u201d. Was auch immer das hei\u00dfen mag, es ist nicht n\u00e4her definiert, um welche Daten es sich handeln soll.<\/li>\n<li>Wenn Ihr Euch ein Fahrrad ausleiht und es wieder abgebt, seid Ihr noch so lange f\u00fcr den Zustand des Fahrrades verantwortlich, bis es von Mitarbeitern der nextbike gmbh kontrolliert wird oder jemand anderes das Fahrrad nach Euch ausleiht, aber max. 48 Stunden.<\/li>\n<li>Zahlt Ihr mit einer Kreditkarte, so kostet das eine Pauschale von 9 Euro.<\/li>\n<li>Da metropolradruhr ein von der Bundesregierung gef\u00f6rdertes Modellprojekt ist, werden Eure Daten zu Evaluationszwecken an von der Bundesregierung beauftragte Unternehmen weitergegeben. Au\u00dferdem zeigt Ihr Euch bei Anmeldung damit einverstanden, dass telefonische Befragungen stattfinden.<\/li>\n<li>Die Kosten sind dynamisch \u2013 der zu zahlende Betrag der Studierendenschaft an die nextbike gmbh errechnet sich aus der Anzahl der Studierenden. Die Leistung ist jedoch statisch \u2013 es wird nicht mehr Fahrr\u00e4der geben, wenn sich die Anzahl der Studierenden erh\u00f6ht. Was im WS13\/14 durch den doppelten Abiturjahrgang ja schon passieren wird.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Kommunikativ und Finanziell ein Reinfall<\/h4>\n<p>Nun sollen ja allerdings noch alle Studierenden gefragt werden, ob der Vertrag mit der nextbike gmbh verl\u00e4ngert werden soll \u2013 und knapp 2 Monate vor der geplanten Urabstimmung kennt der AStA noch nicht einmal die vom Hochschulgesetz vorgeschriebenen Regelungen f\u00fcr eine Urabstimmung. Vergeblich sucht man auch eine Ver\u00f6ffentlichung des AStA zum ganzen Thema. Stattdessen k\u00fcndigt der AStA Vorsitzende in der 4. Sitzung des 46. Studierendenparlamentes an, eine Marketingfirma mit der \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu betreuen. Das ganze Projekt wird f\u00fcr die Studierendenschaft also noch mal teurer \u2013 um eine Summe, die sich bisher nicht beziffern l\u00e4sst, bzw. sich erst mal nur so darstellen l\u00e4sst: 57.750 Euro (Nutzungsgeb\u00fchr) + X. (Marketingfirma) + die Kosten f\u00fcr eine Urabstimmung, gesch\u00e4tzt ca. 10.000 Euro.<\/p>\n<h4>Die Fahrradwege ein Reinfall<\/h4>\n<p>Wie viel Sinn macht \u00fcberhaupt eine Ma\u00dfnahme, die v\u00f6llig losgel\u00f6st von jeglichem zusammenh\u00e4ngenden Verkehrskonzept im Raum steht? Sicherlich ist es eine nette Idee, die \u201cSportlichkeit der Studierendenschaft\u201d unterst\u00fctzen zu wollen, bei den schlechten Fahrradwegen in Bochum ist es jedoch kein Wunder, dass die meisten Studierenden ihr Rad lieber an der U-Bahn-Station stehen lassen. Bj\u00f6rn Frauendienst von der UV erkl\u00e4rte in der FSVK-Sitzung am 29.04., das Angebot beziehe sich auch eher auf den Fahrradverkehr auf dem Campus und n\u00e4herer Umgebung. Die Fahrradwege auf dem Campus sind allerdings sehr \u00fcberschaubar und werden in der Hauptsache von Fu\u00dfg\u00e4nger_innen benutzt \u2013 In Sto\u00dfzeiten mit dem Fahrrad von einem Geb\u00e4ude zum anderen zu fahren erscheint unm\u00f6glich.<\/p>\n<h4>Und was passiert, wenn die Studierendenschaft keine Vertragsverl\u00e4ngerung will?<\/h4>\n<p>Das ist ja der Witz: Dann bleiben die Fahrradverleihstationen einfach stehen und die Fahrr\u00e4der k\u00f6nnen von allen Studierenden der RUB unter den \u00fcblichen Konditionen eines VRR-Ticketinhabers ausgeliehen werden. Es entstehen den einzelnen Studierenden also<em> keine gravierenden Nachteile<\/em>, wenn die Studierendenschaft der nextbike gmbh keine 60.000 Euro pro Semester bezahlt. Oder um es anders herum zu formulieren: Der Studierendenschaft entstehen durch den Vertrag mit der nextbike gmbh <em>keine gravierenden Vorteile<\/em>. Allein die nextbike gmbh selber und die Universit\u00e4tsverwaltung profitieren von dem Angebot. Wir wollen es noch gravierender ausdr\u00fccken: Die Universit\u00e4tsverwaltung wollte das Modellprojekt metropolradruhr unbedingt auf dem Campus der RUB haben \u2013 aber nicht selber bezahlen. Das soll stattdessen die Studierendenschaft \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Liste B.I.E.R. sagt: So eine Geldverschwendung hat die Studierendenschaft der RUB seit dem <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/geldsorgen-an-der-uni-bochum-party-pleite-fuer-den-asta-a-530287.html\" target=\"_blank\">Mensapartydebakel 2007<\/a> (AStA-Vorsitz damals: auch die JusoHSG) nicht mehr erlebt.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Das Studierendenparlament an der Uni Duisburg-Essen hat \u00fcber eine Kooperation mit metropolradruhr diskutiert, abgestimmt \u2013 und sie abgelehnt. Wegen der schlechten Konditionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der AStA der RUB, gef\u00fchrt von den Listen JusoHSG, Nawi, Gewi und IL macht es m\u00f6glich: Fahrradfahren auf dem Campus f\u00fcr superg\u00fcnstige 60.000 Euro pro Semester. Die Liste B.I.E.R. lehnt den Vertrag des AStA mit der Nextbike gmbh, welcher die Konditionen f\u00fcr das Fahrradverleihsystem metropolradruhr beschreibt, strikt ab. Wir sagen Euch nat\u00fcrlich auch, warum. 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