{"id":1390,"date":"2014-03-09T13:20:24","date_gmt":"2014-03-09T11:20:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=1390"},"modified":"2014-03-19T15:33:30","modified_gmt":"2014-03-19T13:33:30","slug":"update-rub-bekennt-farbe-und-wissenschaft-aber-keine-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bier.rub.de\/?p=1390","title":{"rendered":"Update: RUB bekennt Farbe und Wissenschaft, aber keine Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Die Universit\u00e4tsverwaltung hat sich umentschieden: Der <a href=\"http:\/\/bier.rub.de\/?p=1387\">geplanten Kampagne gegen Rechts<\/a> an der Ruhr-Uni Bochum soll jetzt doch nicht die Extremismustheorie als Vorbild dienen. Anscheinend hat sich die zust\u00e4ndige Dezernentin umentschieden, nach dem einige Akteure den R\u00fcckzug ihrer Beteiligung an der Kampagne drohten, sollte der Titel der Kampagne oder die Kampagne selbst Begrifflichkeiten der Extremismustheorie enthalten. Urspr\u00fcnglich favorisierte die UV die Titel \u201cRUB bekennt Farbe: Kein Platz f\u00fcr Extremismus\u201d und \u201cUni ohne Vorurteile: Kein Platz f\u00fcr Extremismus\u201d. Ger\u00fcchteweise k\u00fcndigten der DGB, die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus sowie die Listen der AStA-Koalition und der Opposition der UV die Zusammenarbeit unter diesen Titeln auf.<\/p>\n<p>Auch wir hatten der zust\u00e4ndigen Dezernentin am Anfang der Woche eine E-Mail mit unserer Kritik an der Kampagne geschickt. Leider haben wir darauf bis heute keinerlei Antwort bekommen.<br \/>\n<em>Sehr geehrte XXX,<\/em><\/p>\n<p><em>Wie Sie in einer E-Mail am 28.02.2014 schrieben, w\u00fcnschen Sie sich Feedback zu den bisher geplanten Namensvorschl\u00e4gen f\u00fcr die Kampagne &#8222;Uni <\/em><em>ohne Vorurteile&#8220;. Zur Auswahl stehen demnach die Slogans \u201eRUB bekennt Farbe: Kein Platz f\u00fcr Extremismus\u201c und \u201eUni ohne Vorurteile: Kein Platz f\u00fcr Extremismus\u201c.<\/em><br \/>\n<em> Wir m\u00fcssen sagen, dass wir von diesen Namensvorschl\u00e4gen schockiert sind. Erst als Kampagne angek\u00fcndigt, die sich gegen Diskriminierung und <\/em><em>Intoleranz wenden soll, wird auf einmal der Rahmen der Extremismustheorie drum herum gesteckt. Und dieser Rahmen ist in der politikwissenschaftlichen und soziologischen Diskussion sehr umstritten. So bietet das Konzept der Extremismustheorie laut vielen Wissenschaftler_innen keine geeigneten Instrumente, um politische Bewegungen und Interessensgruppen zu charakterisieren, da das Konzept die Gefahr beinhalte, dass die Dichotomie demokratisch oder extremistisch als einziges Analysekonzept stehen bleibt. Somit werden politische Problemlagen in Deutschland zu sehr versimpelt. Dar\u00fcber hinaus wird dem Konzept vorgeworfen, dass durch die Gleichsetzung von links und rechts das nationalsozialistische Deutschland und der 2. Weltkrieg verharmlost werden, w\u00e4hrend eine potenzielle Gefahr f\u00fcr die BRD durch die deutsche Linke \u00fcberproportional hoch dargestellt wird. Wir m\u00f6chten Sie bitten, von diesen Titelvorschl\u00e4gen Abstand zu nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerade an einer Universit\u00e4t sollte der wissenschaftliche Diskurs nicht ignoriert werden. Dar\u00fcber hinaus wurde uns zugetragen, dass bei dem Runden Tisch, der zur Kampagnenplanung statt gefunden hat, die meisten Anwesenden das Konzept der Extremismustheorie explizit nicht in einem bef\u00fcrwortenden Kontext dabei haben wollten. Wir fragen uns also, woher Sie diese Ideen auf einmal her haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir m\u00f6chten Ihnen nahe legen, Veranstaltungen zur Extremismustheorie in die Kampagne mit einzubinden. Auch m\u00f6chten wir sagen, dass der Titel:<\/em><br \/>\n<em> &#8222;Ruhr-Universit\u00e4t Bochum: Uni ohne Vorurteile&#8220; mit Sicherheit ausreichend w\u00e4re, um den konsensualen Charakter dieser Kampagne \u00fcber verschiedene Institutionen hinaus darzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/em><br \/>\n<em> Denise Welz und Pia Witzel f\u00fcr die Liste B.I.E.R.<\/em><\/p>\n<p>Die Antwort-E-Mail und einem neuen Titelvorschlag ohne die Extremismusbegrifflichkeiten haben wir von unseren Freund_innen der <a href=\"http:\/\/swib.bplaced.net\/\" target=\"_blank\">KLIB<\/a> bekommen.<br \/>\n<em>Liebe TeilnehmerInnen des Runden Tisch,<\/em><\/p>\n<p><em>herzlichen Dank f\u00fcr die R\u00fcckmeldungen zum Entwurf des Statements. Nach R\u00fccksprache mit unterschiedlichen Interessensgruppen<\/em><br \/>\n<em> ist die Entscheidung gefallen, die Kampagne &#8222;RUB bekennt Farbe&#8220; ohne weiteren Untertitel zu nennen.<\/em><br \/>\n<em> Die Endversion des Statements finden Sie im Anhang. Wenn Sie\/Ihre politische Liste\/Ihre Interessensgruppe die Erkl\u00e4rung mit<\/em><br \/>\n<em> unterzeichnen m\u00f6chten, melden Sie sich bitte.<\/em><\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em> Ihr Organisations-Team<\/em><\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten unseren Unmut dar\u00fcber ausdr\u00fccken, dass nicht, wie versprochen, alle die an der Kampagne teilhaben und ihre Ideen dazu umsetzen wollen, auch eingebunden werden. Auf unsere Kritik haben wir weder Feedback, noch die wichtige Nachricht \u00fcber die Umbenennung der Kampagne bekommen. Hat uns der AStA in den StuPa-Sitzungen zur Kampagne Uni ohne Vorurteile etwa angelogen? Simon Gutleben hat erst in einer <a href=\"http:\/\/tv.rub.de\/\" target=\"_blank\">hochschulpolitischen Talkrunde<\/a> damit geprahlt, die Kampagne sei nicht &#8222;von oben instruiert&#8220;, sondern solle mit allen gestaltet werden, die mitgestalten wollen. Der AStA und die UV sollten dem Ganzen dann jetzt vielleicht mal Taten nachfolgen lassen und die Kommunikation im Rahmen der Kampagne ausweiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsverwaltung hat sich umentschieden: Der geplanten Kampagne gegen Rechts an der Ruhr-Uni Bochum soll jetzt doch nicht die Extremismustheorie als Vorbild dienen. 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